Event in Sankt Petersburg

Incentive- und Gruppenreisen in Sankt Petersburg

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Fahrradreisen in Russland.

Die Fontanka von der Anitschkow-Brücke bis zur Newa

Als ersten Brücke über den Fontanka-Fluß wurde im Jahr 1715 die aufziehbare, hölzerne Anitschkow-Brücke errichtet. Dies geschah an der Stelle wo der Fluß den Newski-Prospekt kreuzt.


Ihren Namen erhielt die Brücke vom Oberleutnants M.O. Anitschkow, der den Brückenbau leitete. In der Folgezeit wurde die Brücke mehrmals umgebaut, bis dann im Jahr 1841 die feierliche Eröffnung der Anitschkow-Brücke stattfand. Geschmückt war diese sie mit "Rossebändigern" des russischen Bildhauers Pjotr Klodt.

Pjotr Klodt (Baron Klodt von Jurensburg 1805-1867) war ein Nachkomme des schwedischen Generals Johann Adolf Klodt, den Peter I. gefangennahm.


Im Jahre 1830 als der Fähnrich Pjotr Klodt außer Dienst trat, wurde er auf Empfehlung des Kaiseres Nikolaus I., zum Gasthörer an der Akademie der Künste.


Bereits im Jahr 1832 begann Klodt, die Arbeit an der Gruppenplastik "Rossebändiger", welche damals noch für den Schlosshafen des Admiralitätsufers gedacht war.

Das Motiv selbst hatte der Kaiser Nikolaus I. vorgegeben, da er wünschte das Klodt den Bildhauer Triscomi übertreffen sollte, dessen Rossbebändiger heute noch vor dem Eingang in der Reitergarde-Manege stehen.


Im Jahr 1836 wurden die von Klodt angefertigten Modelle gebilligt und es begannen die Arbeiten an ihrem Guß.

Beim Umbau der Anitschkow-Brücke wurde beschlossen, diese mit den Skulpturen zu schmücken. Die feierliche Eröffnung der Anitschkow-Brücke fand im Herbst des Jahres 1841 statt.


Damals schmückten die Brücke bereits zwei abgegossene Gruppen, zwei anderen Stellen waren nur provisorisch mit Gipsmodellen versehen.

Als im Jahr 1842 Klodt die beiden übrigen Rossebändiger fertig gestellt hatte, beschloss der Kaiser Nikolaus I, diese dem preußischen König Friedrich Wilhelm IV. zu schenken.


Im Jahr 1844 standen dann die wiederholt abgegossenen Rosse auf der Brücke.

Der Kaiser Nikolaus I, fasste im Jahr 1865 den Entschluss, König Ferdinand II. für den Eingang zu seinem Schloss in Neapel auch diese Rosse zu schenken.


Nun wollte Klodt für die Anitschkow-Brücke nicht eine einfach Replike der Rossebändiger schaffen, sondern plante Skulpturen anzufertigen, welche eine zeitlich sich abrollende Komposition darstellten.

Der junge Bändiger, der einen Strick um den Hals des wilden Pferdes wirft, dann vom mächtigen Ruck niederfällt, um im Anschluß niederknieend die Schlige um den Hals des sich sträubenden Tieres zu ziehen.


Die bereits auf der Brücke stehenden Skulpturen setzten das Sujet fort, der wieder auf den Beinen stehende Jüngling hält das gebändigte und gezäumte Ross.

Diese neue in Bronze gegossene Gruppe wurden bereits im Jahr 1850 auf die Brücke gestellt. Somit wurde eine zwanzig Jahre andauernde Arbeit beendend.

Zu dieser Zeit, waren die Klodtschen "Rossebändiger" etwas neues und außergewöhnliches.

Pjdr Klodt wurde durch diese Skulpturdarstellungen von Rossen in Europa berühmt und zu einem Ehrenmitglied, einer ganzen Reihe von europäischen Akademien gewählt.


Im Jahre 1846 beschloss der Fürst Belosselski-Beloserski sein Eckhaus am Newski Prospekt mit der Nummer 41 umzubauen. Für diese Umbauarbeiten am Haus, welches am linken Ufer der Fontanka liegt, erhielt der Architekt Andreas Stakenschneider den Auftrag.


Bei der Ausarbeitung des Projektes, wurde auch ein neuner Palast geplant.

Dafür fertigte der Architekt eine Kopie des Stroganow-Palastes an, welcher von Rastrelli an der Ecke Newski-Prospekt und der Moika geschaffen wurde und veränderte nur Details.


Das Gebäude des Belosselski-Palastes wurde in der Folgezeit wegen seiner prächtigen Ausstattung der Innenräume, dem Überfluss an Schnitzwerk und Vergoldung in Sankt Petersburg bekannt.

Die Wände des Belosselski-Palastes schmückten Gemälde französischer Künstler des 18. Jahrhunderts, darunter auch Bilder des Malers Charles Andre van Loo.


In den Jahren um 1880, wurde dieser Palast an die Krone verkauft und als Großfürstenresidenz genutzt.

Zunächst bekam ihn als Geschenk Sergej Alexandrowitsch, der Bruder des Kaisers Alexander III, anläßlich seiner Vermählung mit Elisabeth von Hessen-Darmstadt, der Schwester der künftigen Kaiserin Alexandra Fjodorowna.


Im Jahr 1891 wurde der Bruder des Kaisers, Sergej Alexandrowitsch zum Moskauer General-Gouverneur ernannt. 1905 wurde dieser von dem Sozialrevolutioner Kaljajew ermordet.


Kaiser Alexander III hatte die Versetzung des Sergej Alexandrowitsch angeordnet, um in Moskau alle Juden auszusiedeln.

Als letzter besaß Dmitri Pawlowitsch, der Neffe Alexander III. diesen Palast.

Dmitri Pawlowitsch hatte an der Ermordung Rasputins teilgenommen, wofür er verbannt wurde, was ihm nach der Oktoberrevolution im Jahr 1917 das Leben rettete. Dmitri Pawlowitsch der auch wie Felix Jussupow emigrierte, starb erst im Jahr 1942.

Ein weiteres berühmtes Schloss aus dem 18. Jahrhundert, am linken Ufer der Fontanka, flussaufwärts ist der Scheremetew-Palast, welches wie durch ein Wunder erhalten blieb.


Mit diesen Landsitzen, war damals das ganze Flussufer bebaut. Der Landsitz der Familie Scheremetew war mit einer der ersten bebauten Grundstücke in Sankt Petersburg.


Der Scheremetew-Palast steht auf einem Landsitz, welches bereits Peter I. den nahmhaften Diplomaten und Feldherren Boris Scheremetew 1652-1719 geschenkt hatte.

Gegenüber dem Sommergarten, längs des linken Ufers der Fontanka, befand sich die ursprüngliche Werft, welche bereits von Peter I. gegründet wurde. Hier erfolgte der Bau von kleinen Zivilschiffen, welche an "Leute" verschiedenen Standes kostenlos vergeben wurden. Für den von Peter I. im Jahr 1718 gegründeten Jachtklub "Newa-Flottille", wurden in dieser Werft insgesammt 141 Jachten, Bojer und Ruderbarken gebaut.


Unweit dieser Werft gab es eine ganze Reihe von Wein- und Saltzlager, woran auch der Name der parall zum Fontanka-Ufer gelegen Salz-Gasse erinnert.


In den Jahren um 1780 wurde am Fontanka-Ufer 10 vom Architekten F. Wolkow ein neues Gebäude zur Salzlagerung errichtet.

Im Jahr 1870 erfolgte im Zuge einer Industrieausstellung von dem italienischen Bildhauer, Maler und Architekten Luigi Fontana die Umgestaltung in einen Altrussischen Pavilon.


In den Jahren von 1879 bis 1881 errichtete man in der Salz-Gasse ein Gebäude für die von Baron Stiglitz gegründeten Zentralen Lehranstalt für technisches Zeichnen (Salz-Gasse 13, Architekt A. Krakau und R. Gedike).


Alexander Stiglitz 1814-1884 Sohn eines Hofbankiers und größter russischer Unternehmer spendete für die Gründung dieser Lehranstalt eine Million Rubel.


Nach seinem Tod, in den Jahren von 1885 bis 1896 wurde in dieser Lehranstalt ein Museum angebaut (Salz-Gasse 15) Architekt M. Messmacher das zum Jahre 1902 15000 Exponate beherbergte.

Als das Museum im Jahr 1927 aufgelöst wurde, sind Teile der Sammlung an die Eremitage gegangen oder wurden verkauft.


Die gläserne Kuppel, die den Mittelsaal des Stiglitz-Museums überdeckt, ist heute noch gut vom rechten Fontanka-Ufer zu sehen.